Folsäure

Folsäure

Die Folsäure, auch Vitamin B9 (Deutschland, USA), Vitamin B11 (weltweit) oder Pteroylglutamat genannt, ist ein 1941 entdecktes, hitze- und lichtempfindliches, wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex. Folsäure setzt sich zusammen aus einem Pteridin-Derivat, para-Aminobenzoesäure und Glutaminsäure.

Folsäure ist enthalten in Leber, Vollkornprodukten, grünem Blattgemüse, rote Bete, Spinat, Brokkoli, Karotten, Spargel, Rosenkohl, Tomaten, Eigelb und Nüssen. Auch in Obst, Fisch und Fleisch finden sich geringe Mengen davon.

Ein Folsäuremangel im Körper wirkt sich auf das Blutbild aus, indem er zu einer hyperchromen makrozytären Anämie führen kann. Der menschliche Körper kann maximal 12 bis 15 mg Folsäure speichern, dies entspricht einem Vorrat für 3 bis 4 Monate. In der Embryonalentwicklung begünstigt ein Folsäuremangel die Entstehung von Neuralrohrdefekten wie eine Spina bifida oder Anenzephalie. Er soll außerdem Einfluss auf eine Frühgeburtlichkeit haben. Die Einnahme von Folsäure in der Frühschwangerschaft reduziert somit die Wahrscheinlichkeit einer Neuralrohrfehlbildung beim Kind erheblich. Eine Therapie mit entsprechenden Präparaten muss allerdings bereits im Vorfeld der Schwangerschaft bzw. spätestens innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen beginnen, um effektiv zu sein. Somit ist die Schwangerschaft in dem entscheidenden Zeitraum oft noch gar nicht bekannt.

Auch bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie zum Beispiel der Arteriosklerose, ist eine ausreichende Versorgung mit Folsäure wichtig. Der Wert für die Aminosäure Homocystein im Blut gilt als kardiovaskulärer Risikofaktor. Die Mitverantwortung der Folsäure an der Zellreifung, -differenzierung und -teilung, insbesondere die der roten und weißen Blutkörperchen und der Schleimhautzellen wird zur Zeit in mehreren Universitäten und Forschungslabors getestet.

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